Mit einem Dachausbau lässt sich effizient neuer Wohnraum schaffen – eine Investition, die sich lohnt. Allerdings stellt sich bei einem Dachausbau auch immer die Kostenfrage. Da es aber beim Dachausbau nicht gerade um Kleinbeträge geht, stellt ein Kredit für meisten Bauherren die beste Lösung dar.
Wir haben für Sie die verschiedenen Varianten verglichen und Informationen zur Kostenkontrolle zusammengestellt. So könne Sie mit dem richtigen Finanzierungsplan entspannt in den Ausbau Ihres Daches starten.
Inhaltsverzeichnis
Die Kosten im Blick behalten
Beim Dachausbau sollte Sie allenfalls das schöne Ergebnis überraschen – nicht aber die Kostenentwicklung im Verlauf des Projekts. Deshalb sollten sie niemals Schätzungen anstelle einer konkreten Summe als Grundlage für Ihre Finanzplanung nehmen. Das Problem von Schätzungen ist, dass geschätzte Kosten die tatsächliche Summe eher unter- als überschreiten und sich so am Ende für die meisten Bauherrn nach dem Blick auf die Kostenrechnung ein Schock breit macht.
Fragen kostet nichts
Bei einem Dachausbau ist es daher ratsam, von Anfang an die Kostenschätzung zum einen auf der Grundlage einer gründlichen Bestandsaufnahme sowie zum anderen auf dem Vorentwurf zu berechnen – und sich in der Aufschlüsselung der einzelnen Kostengruppen nach der DIN 276 (Kosten im Hochbau) orientieren.
Sie sind Bauherr und wahrscheinlich kein Profi, was Baumaßnahmen angeht. Lassen Sie sich deshalb genau erklären, was in dieser Schätzung alles enthalten ist, und was möglicherweise noch nicht eingerechnet wurde. Hier gilt es auf Transparenz zu pochen. Sobald einmal feststeht, was der Ausbau kosten wird, kann auf Basis einer Gesamtrechnung die Finanzierung geplant werden.
Ihre Möglichkeiten zur Finanzierung
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Finanzierung Ihres Dachausbaus. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die beliebtesten Möglichkeiten mit all Ihren Vor- und Nachteilen.
Unkompliziert und üblich: Der Ratenkredit
Leicht zu bekommen und unkompliziert abzuwickeln – das ist der Ratenkredit. Diesen gibt es entweder als zweckgebundenes Sanierungs- oder als normales, also nicht an die Sanierung gekoppeltes Darlehen. Ein Sanierungsdarlehen ist für Eigentümer vorteilhafter, da der Verwendungszweck feststeht und eine Immobilie vorhanden ist, sind auch die Konditionen günstig. Die möglichen Finanzierungssummen bewegen sich zwischen 4.000 und 60.000 Euro. Eine kostenpflichtige Grundbucheintragung wie bei der Hypothek ist nicht erforderlich.
Tipp: Die Banken verwenden für immobilienbezogene Ratenkredite unterschiedliche Produktnamen. Das gleiche Kreditmodell kann also als „Sanierungs-“ „Modernisierungs-“ oder „Renovierungs-Kredit“ verpackt sein.
Steuer sparen dank Finanzamt
Vom Finanzamt erhalten Sie zwar kein zusätzliches Geld, aber Steuernachlässe, mit denen Sie rechnen können. Wenn Sie ein Unternehmen mit Arbeiten im Zusammenhang mit dem Dachausbau beauftragt und nachweislich bezahlt haben, können Sie 20% der Kosten als „haushaltsnahe Handwerkskosten“ über die Steuererklärung geltend machen.
Der Klassiker: Das Hypothekendarlehen
Dieses Modell ist der Klassiker in der Baufinanzierung, also auch beim Neubau. Dabei wird das Haus samt Grundstück beliehen, zur Absicherung erfolgt ein entsprechender Eintrag im Grundbuch. Als Gegenleistung erhalten Sie ein Darlehen, das sofort ausgezahlt wird. Die Rückzahlung aus Zins und Tilgung wird in monatlichen Raten fällig. Vereinbaren Sie hier auf jeden Fall Sondertilgungsrechte – so bleiben Sie flexibel und können die Gesamtkosten des Kredits auch senken, sofern es die Liquidität ermöglicht.
Wichtig: Das Hypothekendarlehen eignet sich aufgrund des hohen Aufwands nur dann, wenn größere Investitionen nötig sind.
Tipp: Die Zinsen für eine Festhypothek können sich je nach Kreditinstitut, Laufzeit und Betrag erheblich unterscheiden. Aus diesem Grund sollten Sie mehrere Angebote miteinander vergleichen, um so unnötige Kosten zu vermeiden.
Alte Liebe rostet doch: Die Lebensversicherung
Bei einer Lebensversicherung wird, anders als beim Hyopthekendarlehen, der Kredit erst am Ende und auf einmal getilgt. Das bedeutet: Sie zahlen während der gesamten Laufzeit Zinsen auf den vollen Kreditbetrag und die Beiträge für die Lebensversicherung. Dieses Modell rechnet sich als Tilgungsbaustein nur, wenn die Lebensversicherung abzüglich aller Kosten mehr Rendite bringt als Zinsen für das Darlehen anfallen. Da früher bestehende steuerliche Vorteile immer mehr gestrichen wurden, ist diese Variante heute allenfalls noch für Kapitalanleger interessant.
Beliebt, aber nur mit weiser Voraussicht: Der Bausparvertrag
Das klassische, immer noch sehr beliebte Bausparen kombiniert Ansparen und Fremdfinanzierung. Somit stellt es eine Vorsorgelösung dar. Sie sparen über einen festgelegten Zeitraum einen Teil der Bausparsumme an, die verzinst wird. Nach Ablauf der Ansparphase erhalten Sie den entsprechenden Betrag und können einen sehr zinsgünstigen Kredit in Anspruch nehmen.
Zudem sind Sondertilgungen bei den meisten Bausparverträgen problemlos möglich. Viele Arbeitgeber bieten zu einem bestehenden Bausparvertrag auch vermögenswirksame Leistungen an. Allerdings dauert es Jahre bis ein Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Daher eignet er sich für kurz- oder mittelfristig vorgesehene Dachsanierungen nicht.
Vater Staat hilft weiter: Die staatliche Bauförderung
Der Umbau bestehender Gebäude wird durch verschiedene staatliche Zuschüsse gefördert. Die einzelnen Bundesländer unterstützen Bauherren z.B. durch zinsgünstige Darlehen, Bürgschaften oder Aufwendungszuschüsse. Wenn die Baumaßnahmen eine energetische Optimierung beinhalten, was durch die EnEV (Energie-Einsparverordnung) sogar meist verpflichtend ist, haben Bauherren Anspruch auf verschiedene Förderprogramme in beträchtlichem Umfang.
Ungeahntes Potenzial: Das Arbeitgerdarlehen
Manche Arbeitgeber gewähren zinsgünstige Darlehen. Es kann sich lohnen, danach zu fragen und diese Chance zu nutzen. Achten Sie auch auf die Nebenkosten, wie Vermittlungsgebühr oder Bereitstellungszinsen, um die Kosten akkurat abbilden zu können.
Kostenfallen vermeiden
Bevor die Finanzierung ausgearbeitet wird, sollten die zu erwartenden Kosten präzise und gesamthaft ermittelt werden. Die Honorarordnung sieht für die einzelnen Etappen einer Baumaßnahme insgesamt vier Arten der Kostenermittlung durch den Planer vor, die sich Schritt für Schritt den tatsächlichen Kosten annähern. Zu Beginn der Planung berechnet der Architekt, die zu erwartenden Kosten aufgrund einer Schätzung, die bei Neubauten auf der Basis der Kosten pro Kubikmeter umbauten Raumes erstellt wird. Achten Sie hier genau auf die Kosten und lassen Sie sich jeden Kostenposten erklären, denn nur so können Sie ein böses Erwachen vermeiden.
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